Fernsehen zur Zeit der Olympischen Spiele 1936

Der FE IV in der Retrospektive

Im Zeitalter des Übergangs zum HDTV mutet es vielleicht auf den ersten Blick vorsintflutlich an was man 70 Jahre früher unter „hochzeiligem Fernsehen“ verstand, aber die Entwicklung der vorhergehenden 10 Jahre war wesentlich stürmischer als jemals vorher oder nachher.

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Bild: Der Telefunken FE IV um 1500,- RM in der Auslage

Sofort fällt auf, dass eine Bildröhre zum Einsatz kommt und zwar durchwegs rund, obwohl das Bild eckig war wie immer, doch die „Rechteckbildröhre“ kam erst 1939 mit dem „Einheitsfernseher E1“ der nie in Serie ging. Die aktiven Bauelemente in der Schaltung sind generell Röhren und keine Halbleiter, der Transistor wurde erst 10 Jahre später erfunden. Die Anordnung der Baugruppen ist ähnlich wie später, jedoch gedruckte Schaltungen auf einer Leiterplatte waren 1936/37 noch nicht üblich. Gesendet wurde auf VHF, also Ultrakurzwellen von 55 - 64 MHz, etwa Kanäle 1 bis 3, Röhren für UHF kamen erst fünfundzwanzig Jahre später.

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Bild: Derselbe ohne Seitenwände und Lautsprecher

Das Bild selber war schwarz – weiß und hatte zuerst 180, später 375 Zeilen, was bereits als „hochzeilig“ galt. Wie gut die Auflösung gelang lässt sich ungefähr erahnen wenn man ein jpeg – Bild gleicher Pixelzahl als Vergleich heranzieht. Das abgebildete Format entsprach etwa dem Briefformat A5. Der Übergang zum „Zeilensprungverfahren“ bei dem 50 Bildwechsel des halben Bildinhaltes stattfinden zur Verminderung des Flimmerns erfolgte genau damals.

   

Wenig Unterschied zu später bot der Tonteil, davon abgesehen, dass die Tonsendung noch nicht frequenz - moduliert gesendet wurde, jedoch mehr Bandbreite bot als die Rundfunksender. Heute würde man die Tonqualität sogar als ausgesprochen gut bezeichnen, weniger aufgrund der Übertragungstechnik sondern dank großer Lautsprecher.

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Bild: Man beachte, daß ein Schutzschild fehlt

Der Stromverbrauch war anfangs unangenehm hoch, die Wärmeentwicklung sehr störend und Berichte über die Haltbarkeit dieser Geräte liegen nicht vor

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Bild: Hochspannungsteil traditionell rechts (abgeschirmt)

Dem Betrachter späterer Jahrzehnte wäre die nicht rein - weiße Leuchtfarbe und die unangenehm lange Nachleucht- dauer der Bildröhre aufgefallen. Alles Kinderkrankheiten die später eleminiert werden konnten. 
zum Original - Bildtext von 1937

 
© Fotos: siehe gesondertes Bildverzeichnis (Liste) © Text: Albrecht Pechinger, Wien, 24. Okt. 2007